
Unter der Haut und im Gedächtnis
Bei den ersten Treffen war es wohl für uns einfach mal wieder ganz schön, planlos Musik zu machen.
Alle vier hatten wir ernsthafte Projekte, große Ziele hinter uns… Musiker, die schon einige hundert Auftritte
gemeistert hatten und nun endlich wieder weißes Papier vor sich sahen. Farbe war genug vorhanden, ja sogar weit
mehr als wir selbst wussten! Irgendwann fühlte sich alles zu gut an, als das man nicht wieder Pläne schmieden
musste. Wir wollten nun doch wieder wissen, wo die Reise hingeht. Eine Reise, wie wir sie noch nicht erlebt hatten.
Vier Musiker die alle Lust auf das Songschreiben und kreative Arbeit hatten. Vier, die leidenschaftlich sein wollten -
das hatte noch keiner von uns so erlebt.
Diese Leidenschaft war nach der Initialzündung erstmal ein Fluch!
Jeder wusste was richtig oder falsch war! Jeder hatte die Weisheit und die Ideen für die perfekten Songs und den
unvergleichlichen Sound! Das klingt nach einem großen Problem, aber Reibung erzeugt Hitze und wenn man sich
irgendwie wieder zusammenreißt, dann strömt die Energie dahin, wo sie hingehört – in die Songs!
Die Songs waren der heilige Gral! Keine überflüssigen Kompromisse wollten wir jemals aufführen oder aufnehmen!
Das was dieses Projekt hervorbringt, sollte entweder richtig gut sein, oder niemals ein anderes Ohr erreichen. Die
Folge einer solchen Verschwörung ist fieberhaftes Arbeiten bis tief in die Nacht! Der Brodem, der entstand, wenn
alle Ihre Zutaten hineinschleuderten, war für uns alle suchtverdächtig. Es wurden kraftvolle Werke, manchmal dick
wie eine Creme und manchmal leicht wie eine Farce. Unter der Haut und im Gedächtnis bleiben sie, diese
Rocksongs mit ihren deutschen Schwüren und Erzählungen von Hoffnung, Licht und Rebellion.
Die Entscheidung, dann plötzlich ernst zu machen, aufzunehmen und eine Band zu sein, war irgendwie
unausweichlich. Was soll man schon machen wenn man eine Begeisterung in sich trägt, die verlangt verbreitet zu
werden! Die nächsten Schritte der Vorproduktion, der Aufnahme, des Mischens und Masterns waren musikalisch
für alle selbstverständlich. Alles passierte auf eine sehr schnelle Art. Alle die daran teilnahmen, Produzent, Mischer,
Techniker, alle passten ins Rezept.
Der Name, den wir vier nun brauchten war schwer zu finden! Es ging eben bis dahin nicht um Marketing… Es gab
hohe Erwartungen in diesen Namen. Wir fanden Ihn und er ist perfekt: SCHATTENFÄNGER! Als er nun da war,
brachte auch er die Dinge weiter ins Rollen und stärkte uns alle. Bis hierhin war es zwar anstrengend, verzehrend
und aufreibend, aber es war wunderschön!
Als nun einer der Schattenfänger uns verließ, war das die Ohrfeige nach einem verträumten Rausch! Sehr früh
kam sie, aber wie sich zeigte früh genug, so dass wir drei überlebenden schnell zu mehr als der alten Form
zurückfanden. Wir schüttelten uns, machten das Live Set komplett und fanden rechtzeitig einen wertvollen neuen
Teil dieser Band. Schattenfänger war nun komplett! Die ersten Auftritte brannten sich in die Köpfe und Herzen der
Zuhörer, verkauften über 100 CDs bei den ersten 4 Gigs und zeigten uns wo es hingeht! Nun, da wir komplett
waren konnten wir die EP „Flucht nach vorn“ endlich selbst gestalten und vollenden!
Diese Prozesse sind nun nach einem Jahr beendet und wir wissen:
Wenn unsere Musik eine Chance kriegt, so werden die Menschen SCHATTENFÄNGER lieben! Sie werden das
fühlen, was wir am Anfang schon ahnten! Das weiße Papier wird sich füllen! Wir werden fieberhaft weitermachen
bis wir durch die Decke gehen!
Unter der Haut und im Gedächtnis bleiben sie, diese Rocksongs mit ihren deutschen Schwüren und Erzählungen…
Frank Thiesmann Januar 2009